Polnische katholische Mission

Vermittlung von Wissen, Tradition und religiöser Sensibilität

Spitalkirche Foto: Frank

„Man kann nicht genau den Unterschied erklären zwischen einem deutschen und einem polnischen Gottesdienst,“ meint Bogusław Banach, der seit 2008 Pfarrer der polnischen katholischen Mission ist „es liegt nicht an der Liturgie oder dem Inhalt, es ist einfach ein anderes Gefühl, eine andere Spiritualität, die mit dem Gottesdienst verbunden ist.“

Dass eine fremdsprachliche Gemeinde nicht einfach nur eine Gemeinde ist, in der eine andere Sprache gesprochen wird, wird im Fall der polnischen Mission besonders deutlich.

Die polnische Gemeinde hat als einzige fremdsprachliche Gemeinde Mannheims eine eigene Kirche. Durchaus berechtigt bei einem regelmäßigen Gottesdienstbesuch von bis zu 1 000 Personen. Neben der seelsorgerlichen Betreuung, ist das Pfarrbüro die erste Anlaufstelle für Probleme aller Art. Hilfestellung bei Sprachproblemen, Behördengängen, Vermittlungen an Ärzte und Anwälte oder Unterstützung für kulturelle Veranstaltungen, all dies wird hier geleistet.

„Manchmal könnte man meinen wir sind das polnische Konsulat.“ Das echte zuständige Konsulat ist in München und so müssen dessen Aufgaben immer wieder von Pfarrer Banach übernommen werden.

Ein reiches Angebot an aktiv tätigen Gruppen gibt es hier in der Gemeinde. Religionsunterricht für verschiedene Altersgruppen, von Kleinkindern bis zu Firmlingen, Bibelkreise, einen Chor, eine Krabbelgruppe, eine Schule, in der zur Zeit 60 Kindern die polnische Sprache, Kultur und Geschichte vermittelt werden, ein Beratungsangebot, das Hilfe bei den verschiedensten Problemen anbietet. Auch Veranstaltungen werden organisiert wie Ehevorbereitungskurse oder der jährliche Kulturabend, an dem polnische Lieder und Gedichte vorgetragen werden. Es werden Feste gefeiert, an denen die Kinder und Jugendliche miteinbezogen werden, oder Feiern für Kinder und Jugendliche veranstaltet, wie Nikolaus und Karneval sowie Tages- und Schulausflüge.

Diese Vielfalt an Angeboten ist nur dadurch möglich, dass sich viele Menschen sowohl vom Amt her als auch ehrenamtlich engagieren. Und natürlich, oder vor allem, dank Pfarrer Bogusław Banach, der nicht nur vier Messen der Woche liest, aber auch das ganze Gemeindeleben mit Herz und Seele koordiniert und mitgestaltet, der Ruhe ausstrahlt, als hätte er gerade nichts anderes zu tun, als genau das, was er gerade tut.

Zum Beispiel von der Geschichte der polnischen Gemeinde zu erzählen, die ganz eng an die der Polen in Mannheim geknüpft ist.

Spitalkirche Foto: Beckstet

Schon im 19.Jh. kamen vor allem Frauen aus Polen nach Mannheim, um in der Spinnerei in Sandhofen zu arbeiten und bemühten sich um seelsorgerlichen Beistand, den sie ab und zu durch einen polnischen Priester aus dem Ruhrgebiet bekommen konnten. Die polnische Gemeinschaft wuchs sehr plötzlich, als nach dem 2.Weltkrieg viele Polen aus dem KZ Sandhofen und der Zwangsarbeit verschiedener umliegender Firmen entlassen wurden und viele eine Anstellung in den Wach- und Technikkompanien der Amerikaner fanden. Im Juni 1945 bekamen diese über 30 0 00 Polinnen und Polen erstmals einen eigenen Priester und 1979 wurde dann die polnische katholische Mission Mannheim gegründet.

Heute sind die Polen die zweitgrößte Migrantengruppe Mannheims und zur polnischen Gemeinde gehören vor allem die Menschen, die in den 80ern als Arbeiter nach Deutschland kamen, deren Kinder und Enkel.

Sie alle haben hier die Möglichkeit Gemeinschaft zu erfahren, Hilfestellung zu bekommen, Kultur zu pflegen und Religion mit dem besonderen polnischen Gefühl zu leben.

Homepage der polnischen katholischen Mission

 

Kalender

MI 18.11.2015
20h
Theatre, Freedom, Dialogue

Theater und Orchester
Heidelberg